Aus der Chronik aus dem Jahre 1958:

  • Die jetzige Kirche wurde 1938 erbaut
  • Das schwere Dach und der Turm wurden 1914/15 errichtet

 

Friedhof (Kirchhof)

Einziger alter Grabstein von Pastor Satori und Frau. Evtl. sind noch alte Grabsteine in der Kirche unter dem Gestühl; dort hatten z.B. die Müller aus Ritzerau und Mannhagen in den Boden eingelassene Mühlsteine als Grabdenkmäler.

Ehrenmal

Auf dem Kirchhof, hinter dem Chor der Kirche, eingeweiht am 01.10.1922. Der Füllboden wurde durch freie Fuhrleistungen herbeigeschafft; die Steine stiftete der Hufner Meins, Sirksfelde, von seinem Grund und Boden. Die Kosten in Höhe von 36.647,16 Mark wurden durch Sammlung in der Gemeinde bestritten. Eine Gedenkstätte für die Gefallenen des 2. Weltkrieges fehlt leider noch.

Pastoratsgarten

Laubengang aus Weißbuchen, unter Naturdenkmalschutz, der mündlichen Überlieferung nach von einem napoleonischen Oberst angelegt. Vorbild ist auf jeden Fall die französische Garbenkunst, Anfang des 19. Jahrhunderts Bemerkenswert ist die Kastanienhecke auf der Südseite des Gartens. Leider fielen viele alte und seltene Bäume den Kriegs- und Nachkriegszeiten zum Opfer.

 

Inneres der Kirche

Die Kirche steht mit den Pfeilern auf den Grundmauern der alten romanischen Kirche. Alle alten Kunstwerke , die den 30-jährigen Krieg überstanden, sind bei dem Neubau 1837/39 verlorengegangen. Gesamtlänge der Kirche im Lichten: 34,20 m, Breite 16,10 m, lichte Höhe des Mittelschiffs: 12,10m. Der Turm steht nicht wie bei der alten Kirche vor der Westwand, sondern erhebt sich fast ganz über den Innenraum der Kirche.

Altar

Schon der alte, reich vergoldete Altar wurde durch ein „Schrankenwerk“ nach dem Hauptschiff abgegrenzt. Der jetzige Altar aus dem Jahr 1839 trägt über dem gemauerten Altartisch die schlichte Kanzel. Das Kruzifix stiftete Pastor Harder (1915 von Pomacke, Berlin, geschnitzt). Der früher in der Apsis isoliert stehende Altar wurde 1915 vorgerückt und schließt nun mit zwei Türen den Chor vollkommen ab. Über den Türen befinden sich Kopien nach Carlo Dolcis Gemälden des Brot brechenden Christus und des Evangelisten Johannes.

Taufe

Der älteste Taufstein aus dem 13. Jahrhundert steht in der Museumskammer der Kirche, gehauen aus gotländischem Kalk, 61 cm hoch und 73 cm oberer Durchmesser, anfangs westseitig aufgestellt, 1775 in den Altarraum verlegt, ursprünglich mit Deckelaufbau und Schrankenwerk. Seit Abbruch der alten Kirche stand er im Hofraum des Gastwirts Ehlers in Nusse. Später stark zerstört in einer Scheune und seit den 20-iger Jahren an dem jetzigen Platz. Ein 1839 angefertiger Taufstein steht jetzt ebenfalls in der Kammer. Der jetzige Taufstein wurde 1913 von Hauptm. Bartenstein gestiftet.

Kanzel

Von der alten Kanzel (vor 1615) sind nur zwei Füllbretter erhalten. Das eine trägt in erhabener Schnitzarbeit den Spruch: Gades Wort is de levendige Sprinckborne, Psa 36, das andere den Namen und das Wappen des Nusser Pastors Mag. Joh. Hagedorn (1596-1618).

Die jetzige Kanzel ist, wie oben erwähnt, in die Altarrückwand eingebaut. Eine schon aus akustischen Gründen dringend notwendige Verlegung an einen der Pfeiler, wo sie sich auch in der alten Kirche befand, wurde bei dem letzten Umbau wegen Geldschwierigkeiten noch einmal verschoben. Die sehr wenig schönen und jetzt bereits stark brüchigen Vorhänge hinter dem Altar wurden ebenfalls beim letzten Umbau angebracht. Die beste Lösung um eine störende Lichteinwirkung zu vermeiden, wäre eine bunte Verglasung der hohen Chorfenster.

Orgel

In der alten Kirche stimmte der Küster die Lieder an. Der Gesang wird wohl wesentlich kräftiger als heute gewesen sein, da Singen in der alten Zeit in den Schulen neben Religion das zweite Hauptfach war. Die jetzige Orgel wurde 1840 von dem Orgelbauer Theodor Vogt aus Lübeck gebaut.1957 wurde die Orgel durch den Orgelbauer Klaus Becker, Kupfermühle, indisponiert, restauriert und im Prospekt neu gestaltet. Ihre 17 Register bringen 933 Pfeifen zum Klingen

Gestühl

Zwei von dem Gestühl der alten Kirche stammende ca. 35 cm lange Füllungen mit von barockem Schnörkelwerk umgebenen Masken von ca. 1675 sind seit den 1920er Jahren leider spurlos verschwunden.

Aus der zweiten Kirche ist noch eine große Rückwand mit ornamentalen Schnitzereien in der Museumskammer vorhanden. Das jetzige Gestühl stammt aus der Zeit des letzten Umbaus.

Gemälde

Die schon erwähnten Kopien in der Altarwand.

Ein auf Holz gemaltes Ölbild, die Verkündigung darstellend, mit reicher Frührenaissancearchitektur aus den ersten Jahrzehnten des 16. Jahrhundert, wohl niederländischer Herkunft.

Eine ebenfalls auf Holz gemalte Darstellung des Abendmahls aus dem 17. Jahrhundert.

Je zwei Porträts der Pastoren Satori und Lindenberg.

Eine gusseiserne Darstellung des Abendmahls nach Leonardo da Vinci von 1890.

Altargerät

Das Altarpult, aus Messingplatten zusammengenietet, trägt die ausgetriebene Inschrift: Jochim Bene, Anno 1647 den 3 Marci, es handelt sich hierbei um einen Benn aus Mannhagen.

Leuchter

Die alten Leuchter wurden bei einem Einbruch in der Nacht vom 12. auf den 13. Januar 1708 gestohlen. Die jetzigen 6 Altarleuchter und drei Kronleuchter und die von Konfirmanden und Gemeindegliedern geschenkten Wandleuchter stammen aus den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts.

Totenbahre

Eine von 1722 befindet sich in der Museumskammer.