Die Idee war super. Ganz viele Hände haben mitgeholfen, dass wir eine Glocke für unsere Dorfgottesdienste bekommen haben. Aber als der Anhänger mit dem Glockenturm fertig und auch schon im Einsatz war, da ließ der Amtsschimmel die Glocke stilllegen. Was war geschehen? In unserem Lande braucht jeder fahrbare Untersatz eine Erlaubnis. Und da es in Deutschland keine mobile Glocke gibt, gibt es auch keine Verordnung, keine Richtlinie, keinen Paragraphen, der unserer Glocke erlaubt, mobil zu sein. Und was es nicht gibt, das darf dann auch nicht sein! Nun hätten wir uns um der Glocke willen über das Verbot hinwegsetzen können. Denn wo kein Kläger ist, da gibt es auch keinen Richter. Nur: Wenn es doch einen Kläger gibt, weil er die Glocke übersehen oder gegen sie gefahren ist, dann tritt keine Versicherung für den Schaden ein. Also muss diese Betriebserlaubnis her. Nach vielen Telefonaten hatte Pastor Reimer endlich den Herren vom Tüv überzeugt, dass er sich unsere Glocke mit Anhänger anschauen möchte. Und er war da, hat Auflagen gemacht und sich verabschiedet, dass er sich Gedanken machen wolle, welche Bestimmungen und Artikel denn für die Glocke gelten könnten. Pastor Reimers Vorschlag, sie als „Bauwagen“  anzumelden, wies er zurück. Dabei bauen wir doch an der Gemeinde Gottes! Nun, er kam wieder zu Besuch. Die Schilder mit der 25 sind angebracht, die Auflaufbremse gefettet, Warndreiecke befestigt. Das ist alles schon in Ordnung. Aber als es an die Maße (Länge, Breite, Höhe) ging, da wollten die Paragraphen schon wieder nicht mitspielen. Unsere mobile Glocke ist 6 cm zu hoch. Eine Betriebserlaubnis kann nur bis 4,00 m erteilt werden. Ach je – die schöne Spitze des Glockenturmes absägen? Nein, nicht mit mir. Und so ist der Turm nur noch 4,00 m hoch, oder? Und nun der Name: Unser Glocke wird als motorisierter Anhänger – Lautsprecherwagen – ordnungsgemäß angemeldet. Denn einen Lautsprecherwagen gibt es laut Gesetz und die Glocke ist doch so etwas ähnliches! Nun ist die Glocke per Gesetz ordnungsgemäß angemeldet und sie darf überall zum Gottesdienst einladen und das Wiehern des Amtsschimmels übertönen.